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Forschungsaufenthalt in Bangalore, Indien

04. März - 01. April 2026

Wayanad & Bangalore, Indien

Im Rahmen eines vierwöchigen Forschungsaufenthalts in Indien untersuchte Linda Lütkes aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich nachhaltiges Bauen und Stadtentwicklung. In den ersten zehn Tagen wurde sie von Lennart Fischer begleitet.


Zu Beginn führte die Reise nach Wayanad im Bundesstaat Kerala. Dort besuchten sie das Uravu Indigenous Science & Technology Study Centre – eine bambusbasierte Entwicklungsorganisation, die sich für nachhaltige Lösungen und die Stärkung ländlicher Gemeinschaften einsetzt. Uravu gilt als bedeutendes Wissenszentrum für Bambus und treibt die Weiterentwicklung des Sektors in der Region maßgeblich voran. Die Aktivitäten umfassen unter anderem Programme zur Existenzsicherung durch bambusbasierte Produkte, ökologische Wiederaufforstungsinitiativen sowie umfassende Bildungsangebote in Form von Trainings, Workshops und Qualifizierungsmaßnahmen. Vor Ort gewannen sie wertvolle Einblicke in traditionelle Handwerkspraktiken und die vielseitige Anwendung von Bambus im Bauwesen.


Im Anschluss reisten sie nach Bangalore, eine der am schnellsten wachsenden Metropolregionen Indiens. Dort stieß Sebastian Losacker für sieben Tage zum Team hinzu. Ziel des Aufenthalts war es, ein vertieftes Verständnis für regionale Herausforderungen sowie innovationsgetriebene Lösungsansätze zu entwickeln. Hierfür führten sie Experteninterviews mit vielfältigen Akteur:innen, beispielsweise aus Stadtplanung, Politik, Architektur, Wissenschaft, Immobilienwirtschaft, Start-ups und Think-Tanks.


Die Gespräche verdeutlichten, dass Bangalore als dynamisches Start-up-Zentrum zwar zahlreiche innovative Ideen hervorbringt, gleichzeitig jedoch mit erheblichen strukturellen Problemen konfrontiert ist. Die rasante und häufig unkoordinierte Stadtentwicklung, wachsender Individualverkehr sowie die Folgen des Klimawandels – darunter Überflutungen und zunehmende Hitze – stellen zentrale Herausforderungen dar. Zugleich entstehen vielfältige Lösungsansätze, etwa im Bereich biobasierter Baustoffe, zirkulärer Baukonzepte und alternativer Planungsansätze. 


In den darauffolgenden zwei Wochen setzte Linda Lütkes die Interviews fort und vertiefte die gewonnenen Erkenntnisse. Dabei zeigte sich besonders deutlich, dass die Herausforderungen zwar erkannt werden und vielversprechende Lösungen vorhanden sind, deren Umsetzung jedoch häufig an strukturellen Hürden scheitert. Dazu zählen unter anderem unzureichende regulatorische Rahmenbedingungen, eingeschränkter Zugang zu Finanzierung sowie eine fehlende Vernetzung zwischen relevanten Akteuren.


Der Forschungsaufenthalt liefert wertvolle Einblicke in die komplexen Wechselwirkungen zwischen Wachstum, Innovation und Nachhaltigkeit in urbanen Räumen. Gleichzeitig wird deutlich, welches Potenzial in lokalen Initiativen und internationalen Impulsen für die Transformation des Bausektors liegt – und wo weiterhin zentrale Barrieren bestehen.

Forschungsaufenthalt in Bangalore, Indien

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