Forschungsaufenthalt in Fujian, China
19. März - 2. April 2026
Shanghai & Fujian, China
Im Rahmen eines zweiwöchigen Forschungsaufenthalts in China untersuchten Tim Becker und Sebastian Losacker die aktuellen Entwicklungen der Bambusindustrie in der südostchinesischen Provinz Fujian.
Nach einem anfänglich kurzen Aufenthalt in Shanghai, der dem fachlichen Austausch mit dem TRABBI-Gastwissenschaftler Prof. Dr. Yongmin Shang sowie weiteren Forschungspartnern der Shanghai Academy of Social Sciences (SASS) diente, reisten Tim Becker und Sebastian Losacker gemeinsam mit Prof. Dr. Qiuyu Wang und der studentischen Hilfskraft Yuezhi Ding (beide SASS) zur Feldforschung nach Fujian.
Fujian zählt zu den weltweit bedeutendsten Bambusregionen. Die Provinz verfügt über eine hochentwickelte Wertschöpfungskette und gilt als Geburtsstätte von engineered bamboo. Zahlreiche führende Unternehmen sind hier angesiedelt und produzieren sowohl für den chinesischen als auch für internationale Märkte. In den vergangenen Jahren hat die Branche durch politische Initiativen wie „Bamboo to Replace Plastic“ sowie flankierende regionale Fördermaßnahmen einen deutlichen Aufschwung erlebt.
Vor Ort führten die Forschenden Experteninterviews mit unterschiedlichen Akteuren. Diese Gespräche boten wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und industriepolitische Dynamiken sowie in die aktive Rolle regionaler Akteure bei deren Umsetzung.
Ergänzend wurden verschiedene Produktionsstätten besucht, die einen direkten Einblick in die Herstellung von Bambusbaumaterialien ermöglichten und ein fundiertes Verständnis der Produktionsprozesse sowie der aktuellen Herausforderungen vermittelten. Ergänzt wurden diese Eindrücke durch die Besichtigung innovativer Bauprojekte, darunter die „Songci Service Area“ als Autobahnraststätte am Wusha Expressway in Nanping (Fujian), die als weltweit größte Struktur aus engineered bamboo gilt.
Auch die interregionalen Verflechtungen standen im Fokus der Analyse: Angrenzende Provinzen wie Zhejiang und Jiangxi sind eng in die Wertschöpfungsstrukturen eingebunden und beziehen häufig erstverarbeitete Materialien aus Fujian. Im Rahmen eines zweitägigen Aufenthalts in Jiangxi untersuchte das Team diese Verbindungen und die komplementären Entwicklungsdynamiken genauer.
Der Forschungsaufenthalt lieferte insgesamt umfassende Einblicke in die dynamische Entwicklung der Bambusindustrie in Fujian und verdeutlichte das enge Zusammenspiel von nationalen Strategien und regionaler Umsetzung.




